GOOGLE CLOUD NEXT 2026 SO WILL GOOGLE CLOUD SEINE KUNDEN ZU AI-UNTERNEHMEN
MACHEN
24.04.2026 Von 10 min Lesedauer
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Vom 22. bis 24. April stellte Google Cloud auf der Next 2026 seine
KI-Innovationen vor. Im Fokus steht die Gemini Enterprise Agent Platform, mit
der Google-Cloud-Kunden auf einfache Weise eigene KI-Agenten entwickeln und
sicher nutzen können.
„Als wir uns vor einem Jahr auf der Next versammelten, sprachen wir darüber, wie
generative Organisationen auf der ganzen Welt transformiert. Heute ist diese
Zukunft bereits Realität – das 'Agentic Enterprise' ist Wirklichkeit geworden“,
sagt Thomas Kurian, CEO von Google Cloud auf der Google Cloud Next 2026 in Las
Vegas. Mittlerweile werde in einem Ausmaß eingesetzt, wie es die Welt noch nie
zuvor gesehen habe. Auf der jährlich stattfindenen Konferenz präsentiert Google
Cloud seinen Kunden alles, um ihre Organisation in ein Agentic Enterprise zu
verwandeln.
WAS VERSTEHT GOOGLE UNTER EINEM „AGENTIC ENTERPRISE“?
Im vergangenen Jahr habe Google Cloud seine Ressourcen darauf konzentriert,
Lösungen und Strategien bereitzustellen, mit denen Organisationen Künstliche
Intelligenz etablieren können. Dafür wurden Tausende neuer Funktionen im
gesamten Portfolio eingeführt. Dazu zählen die Ironwood-TPUs der siebten
Generation sowie die neuen Axion-Prozessoren, die nun allgemein verfügbar sind
und den Kunden eine zweckoptimierte, kosteneffiziente Infrastruktur bietet, die
speziell für das „Agentic Enterprise“ konzipiert wurde. Der Hersteller hat zudem
neue Basismodelle eingeführt, darunter 3.1 Pro und das neue Modell zur
Bildgenerierung, Nano Banana 2. Außerdem wurde Gemini Enterprise
bereitgestellt, um die Google AI einzelnen Mitarbeitenden zugänglich zu
machen. Das Besondere daran laut Google: Anstatt eine Ansammlung fragmentierter
Systeme mühsam zusammenzufügen, liefert Google Cloud einen vertikal optimierten
Stack, bei dem alle Komponenten gemeinsam entwickelt wurden.
In diesem Jahr gehe es darum, Kunden dabei zu unterstützen, diese Innovationen
in der Praxis zu nutzen und sie in ein „Agentic Enterprise“ zu verwandeln.
Google Cloud versteht unter einem Agentic Enterprise ein Unternehmen, das
KI‑Agenten als eigenständige, zielorientierte Akteure in seine Kernprozesse
einbettet. Diese Agenten nutzen Tools und rufen APIs auf, greifen sicher auf
Unternehmensdaten zu, koordinieren sich untereinander und arbeiten bei Bedarf
mit Menschen zusammen, um End‑to‑End‑Abläufe zu automatisieren und
Entscheidungen zu beschleunigen. Die Akzeptanz von KI sei durch die Bemühungen
von Google, die KI-Agenten in die täglich genutzten Produkte zu integrieren,
deutlich gestiegen. Eigenen Angaben nach würden mittlerweile fast 75 Prozent der
Google-Cloud-Kunden KI-Produkte nutzen, um ihr Geschäft zu stärken. Im Verlauf
der vergangenen zwölf Monate hätten 330 Google-Cloud-Kunden jeweils mehr als
eine Billion verarbeitet, während 35 Kunden mit unseren Modellen sogar die Marke
von zehn Billionen Tokens erreicht hätten. Die Google-eigenen Modelle würden
inzwischen mehr als 16 Milliarden Tokens pro Minute über die direkte API-Nutzung
durch unsere Kunden verarbeiten. Dies sei ein Anstieg gegenüber den zehn
Milliarden Tokens im vorangegangenen Quartal.
Die Basis für diese eindrücklichen Zahlen und die hohe Akzeptanz von Googles
KI-Tools sind Kurian zufolge, die drei folgenden Säulen:
* Vollständig integrierter KI-Stack: Zum einen würden Unternehmen mit Google
zusammenarbeiten, um von dessen Expertise und Fähigkeiten zu
profitieren. Zum anderen seien es die Lösungen aus erster Hand über den
gesamten KI-Stack hinweg, die Google bereitstelle. Dabei gehe es nicht darum,
einzelne Dienste anzubieten, die mühsam zusammengestückelt werden müssen,
sondern darum, ein umfassendes Rückgrat für Innovationen
bereitzustellen. Dieser Full-Stack-Ansatz – der KI-Infrastruktur,
führende Modelle wie Gemini, Datenmanagement-Funktionen, ein Fundament
auf Enterprise-Niveau, Entwicklertools und -plattformen sowie Agents und
Anwendungen umfasst – mache Google auf dem Markt einzigartig.
* „Secure-by-Design“-Fundament auf Enterprise-Niveau: „Unsere Kunden vertrauen
der Google Cloud, weil wir eine sichere, einheitliche Plattform
bereitstellen, die auf 'Zero Trust'-Sicherheit und einer Zuverlässigkeit im
globalen Maßstab basiert“, sagt Kurian. Dies sei genau jenes Fundament, das
auch die anspruchsvollsten globalen Dienste von Google trage. Die
integrierten Entwicklungs- und Sicherheitsabläufe über Hybrid- und
Multi-Cloud-Umgebungen hinweg, seien in der Lage, Bedrohungen entlang des
gesamten KI-Stacks effektiv zu verhindern, zu erkennen und darauf zu
reagieren.
* Gemini Enterprise als Tor zur KI für jeden Mitarbeiter und Kunden: Gemini
Enterprise ermögliche es jedem Kunden und Mitarbeiter, hochmoderne KI-Agents
zu entwickeln, zu nutzen, bereitzustellen und zu verwalten. Von Vertriebs-
und Serviceinteraktionen, um die Kontaktpunkte mit Kunden zu optimieren über
die Automatisierung komplexer Arbeitsabläufe zu automatisieren, bis hin
zum fixen Entwerfen von Kampagnen als Prototypen und deren Umsetzung wolle
Google die Art und Weise, wie Unternehmen arbeiten mit Gemini Enterprise
revolutionieren.
DIESE INNOVATIONEN STELLT GOOGLE FÜR DIE „AGENTIC ERA“ BEREIT
* Die Gemini Enterprise Agent Platform ist die wohl größte Neuankündigung von
Google Cloud und dient als zentrale Anlaufstelle für KI-Anwendungen für
einzelne Mitarbeiter. Die neue Plattform umfasst Funktionen für die
Entwicklung, Skalierung, Governance und Optimierung von Agenten. Sie baut
auf der Google-Infrastruktur auf und ist tief in dessen Daten- und
Sicherheitsfunktionen integriert. Damit bildet die Plattform das Fundament
für agentenbasierte Unternehmen. Die Gemini Enterprise Agent Platform
vereint die Funktionen von Googles KI-/ML-Plattform Vertex AI und
integriert neue Funktionen wie Agent Studio, Agent-to-Agent Orchestration,
Agent Registry, Agent Identity, Agent Gateway und Agent Observability.
* Die Gemini Enterprise App umfasst neue Funktionen, die es jedem Mitarbeiter
ermöglichen, KI-gestützt zu arbeiten. Dazu zählen ein neuer Agent Designer,
der bei der Erstellung komplexer, zeit- oder ereignisgesteuerter Agenten
hilft, sogenannte „Long-running Agents“ zur Ausführung komplexer
Geschäftsprozesse, eine Inbox zur Verwaltung der Agentenaktivitäten,
„Skills“ zum Erstellen von Shortcuts für wiederkehrende Aufgaben sowie
„Canvas“ zum Erstellen und Bearbeiten von Dateien, ohne die Anwendung
wechseln zu müssen.
> Circa 75 Prozent des neuen Google-Codes ist AI-generated und von Menschen
> geprüft.
Sundar Pichai, CEO von Google
* Zu den Neuerungen im Bereich der KI-Infrastruktur gehören unsere TPUs der
achten Generation mit der TPU 8t für schnelleres Training und der TPU 8i für
kosteneffiziente Inferenz mit – laut Google Cloud – „nahezu null Latenz“.
Hinzu kommen Speicherinnovationen wie Managed Lustre mit einem Durchsatz
von zehn TB pro Sekunde sowie Fortschritte im Netzwerkbereich, wie etwa Virgo
Networking für Hochleistungsfähigkeit im massiven Maßstab.
* Mit der Agentic Data Cloud führt Google eine neue, KI-native Architektur ein,
die es ermöglichen soll, Daten mit genau der Geschwindigkeit und
Skalierbarkeit zu nutzen, die für „Agentic AI“ erforderlich sind. Dazu gehört
ein Knowledge Catalog, der Agenten über die gesamte Datenlandschaft hinweg in
einen vertrauenswürdigen Geschäftskontext einbettet, sowie ein Data Agent Kit
für die KI-gestützte Datenanalyse (Data Science) auf Basis von Gemini sowie
ein Cloud-übergreifendes, KI-natives Lakehouse. Letzteres soll den nahtlosen
Zugriff auf alle relevanten Daten gewähren, unabhängig von deren Speicherort,
und so das Fundament für autonomes Handeln schaffen.
* Agentic Defense wird über eine Cybersecurity-Plattform bereitgestellt, die
Googles Threat Intelligence und Security Operations mit der Cloud- und
KI-Sicherheitsplattform von Wiz (durch Google im März 2026 übernommen)
kombiniert, um Bedrohungen zu erkennen, abzuwehren und darauf zu reagieren.
Eine Reihe neuer Agenten für Bedrohungserkennung, Detection Engineering,
Fehlerbehebung und mehr, ergänzt durch die AI Application Protection
Platform (AI-APP) von Wiz, sollen dabei autonomen Schutz vom Code über die
Cloud bis hin zur Laufzeit bieten. Dies sei übergreifend über Multi-Cloud-,
Hybrid- sowie KI-Umgebungen hinweg möglich.
* Agentic Taskforce umfasst neue Innovationen im Rahmen der Lösung Gemini
Enterprise for Customer Experience sowie neue Funktionen in Google Workspace,
darunter Workspace Intelligence. Dies soll die Produktivität durch die
Bereitstellung einer einheitlichen Kontextebene über alle
Workspace-Anwendungen hinweg optimieren.
SIRI AUF BASIS GOOGLE GEMINI – START NOCH 2026
Google-Cloud-Chef Thomas Kurian hat auf der Next 2026 eine „monumentale
Partnerschaft“ mit Apple angedeutet: Google Cloud wird demnach bevorzugter
Cloud-Anbieter, angepasste Gemini-Modelle sollen „später in diesem Jahr“ eine
personalisiertere Siri antreiben. Apple hat den Zeitplan selbst noch nicht
bestätigt, konkrete Details werden zur „Worldwide Developers Conference“ (WWDC)
2026 erwartet. Hintergrund ist, dass Apples eigene Foundation Models als nicht
konkurrenzfähig gelten. Nach langsamem Fortschritt bei Apple Intelligence in den
vergangenen Jahren, soll Gemini nun als technische Basis dienen. Berichten
zufolge kostet die Einbindung rund eine Milliarde US‑Dollar pro Jahr. Apple
wolle die Gemini-Nutzung nicht offensiv bewerben, sondern still die Fähigkeiten
von Siri verbessern. Die Integration ist mit iOS 27, iPadOS 27 und macOS 27 für
Herbst 2026 angekündigt, eine Vorschau dürfte es zur WWDC geben.
KI-AGENTEN SCHNELL UND EINFACH SELBST ENTWICKELN
Werfen wir einen genaueren Blick auf die Gemini Enterprise Agent Platform. Damit
will Google Cloud es seinen Kunden ermöglichen, KI-Agenten schnell und einfach
selbst zu entwickeln. Auch hier habe der Hersteller im ersten Quartal 2026 ein
enormes Wachstum verzeichnet: Um 40 Prozent habe die Zahl der zahlenden
monatlich aktiven Nutzern im Vergleich zum Vorquartal zugenommen.
Die Agent Platform bietet den Zugriff auf die KI-Modelle von Google, darunter
* Gemini 3.1 Pro, das fortschrittlichste Google-Modell, das speziell für die
Orchestrierung komplexer Arbeitsabläufe optimiert wurde,
* Gemini 3.1 Flash Image, auch bekannt als Nano Banana 2, zur Erstellung von
Benutzeroberflächen und visuellen Assets,
* Lyria 3, ein Modell zur Generierung professioneller Audioinhalte und Musik
sowie
* führende Modelle von Anthropic, einschließlich Claude Opus, Sonnet und Haiku.
Zudem wurde auf der Next 2026 die Unterstützung für Anthropics Claude Opus
4.7 angekündigt.
Die Plattform ist auf vier zentrale Säulen ausgerichtet: Entwickeln, Skalieren,
Steuern und Optimieren. Diese sollen eine nahtlose Zusammenarbeit der Teams
ermöglichen. Für die Erstellung von eigenen KI-Agenten hat Google Cloud folgende
Funktionen vorgestellt:
* Das Agent Developer Kit (ADK) verfügt über ein neues, grafbasiertes
Framework, mit dem Kunden Logiken für das Zusammenwirken von Agenten bei der
Lösung komplexer Probleme definieren können.
* Das Agent Studio stellt die neue Low-Code-Benutzeroberfläche dar und
ermöglicht es Entwicklern, Agenten mithilfe natürlicher Sprache zu erstellen,
zu testen und zu veröffentlichen.
* Die Agent Registry dient als zentrale Steuerungsinstanz und indexiert
sämtliche internen Agenten und Tools eines Unternehmens und stellt so deren
Auffindbarkeit sowie Governance sicher.
* Ökosystem-Integrationen über den Agent Marketplace ermöglichen die
Bereitstellung spezialisierter Agenten von Partnern wie Atlassian, Box,
Lovable, Oracle, Servicenow und Workday direkt aus Gemini Enterprise heraus.
Darüber hinaus können Kunden neue Integrationen nutzen, die es Agenten von
Partnern, welche ein einheitliches Agenten-Register mit wiederverwendbaren
Fähigkeiten und verwalteten Umgebungen nutzen, ermöglichen, alle Protokolle
als gleichberechtigte Elemente („First-Class Citizens“) zu behandeln.
* Das Model Context Protocol (MCP) ermöglicht es Google-Cloud-Kunden, die
Agenten-Plattform mit jedem beliebigen MCP-Server zu verbinden. Zudem stellt
Google Cloud Services als MCP bereit, damit Kunden von jedem Agenten aus mit
der Google Cloud interagieren können.
* Memory Bank und Memory Profiles verleihen den Agenten ein skalierbares
Langzeitgedächtnis, das temporäre Sitzungen durch einen persistenten
Kontext ersetzt. So können sich Agenten über Monate hinweg an spezifische
Nutzerdetails und Projekthistorien erinnern, um zutiefst personalisierte
Interaktionen zu ermöglichen.
* Kunden können ihre Agenten mithilfe datengestützter Feedbackschleifen
optimieren, um die Genauigkeit zu steigern, Latenzzeiten zu verringern und
Kosten zu kontrollieren.
* Die Agent Observability liefert Dashboards mit automatisiertem Logging und
Agenten-Auditing für die Überwachung der Agenten. Mit Telemetriedaten lässt
sich jeder Agent, jedes Tool und jede API-Übergabe verifizieren, um die
Rechenschaftspflicht sicherzustellen, vollständige Ausführungspfade zu
visualisieren sowie Logikschleifen zu diagnostizieren oder Leistungsmetriken
zu überwachen.
* Mit der Agent Simulation können Unternehmen ihre Agenten in einer
kontrollierten Umgebung Stresstests unterziehen. Dafür werden
menschenähnliche, synthetische Interaktionen verwendet. Durch die Generierung
tausender synthetischer, mehrstufiger Kundeninteraktionen überprüft die Agent
Simulation die zugrundeliegende Logik und den Gesprächsfluss.
* Die Agent Evaluation bewertet die Leistung der Agenten anhand des laufenden
Produktionsdatenverkehrs. Dabei kommen mehrstufige automatische
Bewertungsmechanismen zum Einsatz, um Qualitätsminderungen und Anomalien in
Echtzeit zu erkennen.
WIE SICHERT GOOGLE KI-AGENTEN AB?
Daneben gibt es auch einige Sicherheitsfunktionen, die die sichere Nutzung der
KI-Agenten ermöglichen. Zum einen basieren die Agenten auf einer
Secure-by-Design-Architektur, die die Sicherheit schon bei der Entwicklung mit
ein bindet. Zum anderen bieten Sandboxes isolierte Umgebungen, in denen Agenten
modellgenerierten Code ausführen und computergestützte Aufgaben, wie etwa
browserbasierte Automatisierungen, durchführen können, ohne dabei Host-Systeme
zu gefährden. Dank Agent Identity erhält jeder Agent eine eindeutige
kryptografische ID sowie klar definierte Autorisierungsrichtlinien, die
Google Cloud nach jederzeit nachvollziehbar und überprüfbar seien. So agieren
die Agenten im Einklang mit den Unternehmensrichtlinien, beschränken sich
auf ihre zugewiesenen Aufgaben und fordern menschliche Unterstützung an, sobald
eine Situation zu komplex wird.
Daneben agiert das Agent Gateway als zentrale „Flugsicherung“ für das gesamte
Agenten-Ökosystem. Es versteht Agentenprotokolle, wie und , und bietet eine
zentralisierte, echtzeitbasierte Durchsetzung von Richtlinien. So trage es
dazu bei, dass jede Interaktion zwischen den Agenten und den Daten von Grund auf
sicher, regelkonform und skalierbar ist. Ein integrierter Inline-Schutz
mittels „Model Armor“ sichert zudem di Agenteninteraktionen gegen Prompt
Injection, Tool Poisoning und Leckage sensibler Daten.
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