CLAUDE MYTHOS PREVIEW DIESE ENORME GEFAHR GEHT VON ANTHROPICS NEUEM KI-MODELL
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13.04.2026 Von 4 min Lesedauer
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Claude Mythos Preview, die nächste Generation des Sprachmodells von Anthropic,
soll so mächtig sein, dass es für die Öffentlichkeit nicht einfach so zugänglich
gemacht werden kann, ohne die weltweite Sicherheit zu gefährden.
Ende März 2026 hat Anthropic das Projekt „Glasswing“ vorgestellt. Dabei handelt
es sich um eine Initiative der US-Unternehmen Amazon Web Services, Anthropic,
Apple, Broadcom, Cisco, Crowdstrike, Google, JPMorgan Chase, der Linux
Foundation, Microsoft, Nvidia und Palo Alto Networks, um die wichtigsten
Software weltweit abzusichern. Eine ehrenhafte Aufgabe. Doch warum jetzt? Die
Initiative wurde zeitgleich vorgestellt mit der Ankündigung des neuesten Large
Language Models von Anthropic. Claude Mythos Preview habe Fähigkeiten, die nach
Ansicht des Herstellers die Cybersicherheit revolutionieren könnte – auf eine
gute oder eine schlechte Weise. Wie dieses KI-Modell künftig eingesetzt werden
könnte, hängt von 40 Organisationen ab, die das Tool künftig für ihre
Verteidigungsarbeit einsetzen sollen.
WIESO IST CLAUDE MYTHOS SO GEFÄHRLICH?
Zu den 40 Unternehmen, die Claude Mythos Preview nutzen dürfen, gehören unter
anderem die Initiatoren von Glasswing, die die größten und einflussreichsten
Tech- und Security-Firmen weltweit repräsentieren. Anthropic gibt sein LLM damit
bewusst an seine Konkurrenten zur Nutzung weiter, da es dem Hersteller nach
einen Quantensprung in der Leistung von KI darstellt, der sowohl positive wie
auch negative Auswirkungen auf die Cybersicherheit weltweit hat.
Claude Mythos ist die neueste Version des Sprachmodells von Anthropic und war
dessen allein in einem Monat in der Lage, Tausende von schwerwiegenden
Schwachstellen in allen gängigen Betriebssystemen und Webbrowsern aufzuspüren.
Dass Sicherheitslücken mithilfe von Künstlicher Intelligenz gezielt gesucht
werden, ist mittlerweile gang und gäbe. Doch die Fähigkeiten von Claude Mythos
scheinen so weit über die anderer Modelle hinauszugehen, dass die Risiken
die Vorteile überwiegen. Auf der einen Seite könne Claude Mythos auch komplexen
Softwarecode schreiben und Sicherheitslücken in Systemen auf der ganzen Welt
erkennen. Auf der anderen Seite bestehe die Gefahr, dass dieses mächtige Tool
in die Hände von Cyberkriminellen gelangt, die es für ihre Zwecke missbrauchen
könnten.
Anthropic führe fortlaufende Gespräch mit US-Regierungsvertretern über Claude
Mythos Preview und dessen Fähigkeiten. Das Ziel dabei sei die Absicherung der
kritischen Infrastrukturen weltweit. Dem Hersteller nach kommt gerade den USA
eine verantwortungsvolle Rolle bei der Bewältigung von KI-Risiken zu, da sie
eine führende Rolle in der Entwicklung der Modelle spiele und somit auch eine
entscheidende Rolle bei deren Absicherung einnehmen müsse. Dazu wolle der
Hersteller auch mit seiner Initiative Glasswing beitragen. Die Fähigkeiten von
Claude Mythos müssen für die Verteidigung eingesetzt werden. Dafür muss zum
einen verhindert werden, dass Cyberkriminelle solch mächtige Tools missbrauchen
und zum anderen müssen Technologieunternehmen sich einen Vorsprung beim
Aufspüren und Beheben von Schwachstellen verschaffen. „Wir planen nicht, Claude
Mythos Preview allgemein verfügbar zu machen, aber unser langfristiges Ziel ist
es, unseren Nutzern die sichere und skalierbare Bereitstellung von Modellen der
Mythos-Klasse zu ermöglichen – für Cybersicherheitszwecke, aber auch für die
zahlreichen anderen Vorteile, die solche leistungsstarken Modelle mit sich
bringen“, heißt es in der Ankündigung von Anthropic.
ZUSAMMENARBEIT ZWISCHEN USA UND CHINA IST GEFRAGT
Thomas L. Friedman hat einen interessanten Kommentar dazu in der New York Times
. Er habe für seinen Artikel mit Craig Mundie, ehemaligem Microsoft-CEO und
versiertem Technologie- und KI-Stratege, gesprochen. „Was bisher großen Staaten,
Militärs, Konzernen und kriminellen Organisationen mit hohen Budgets vorbehalten
war – die Fähigkeit, ausgefeilte Cyberangriffe durchzuführen – könnte bald auch
kleineren Akteuren zugänglich sein“, habe Mundie erklärt. „Wir stehen kurz vor
einer vollständigen Demokratisierung der Cyberangriffskapazitäten.“
Friedmans Meinung nach könne dieses Problem kein Land der Welt im Alleingang
lösen. Stattdessen sollten sich die beiden KI-Supermächte USA und China
zusammentun, um zu verhindern, dass böswillige Akteure Zugang zu diesem neuen
Cyberfähigkeiten erlangen. Mundie habe drei konkrete Maßnahmen genannt, die
ergriffen werden müssten, um die Risiken, die von KI im Allgemeinen und Claude
Mythos im Speziellen ausgehen, zu minimieren:
* 1. Die Freigabe von superintelligenten Modellen müsse sorgfältig kontrolliert
werden und sichergestellt werden, dass sie nur an die verantwortungsvollsten
Regierungen und Unternehmen gelangen.
* 2. Die dadurch gewonnene Zeit müsse genutzt werden, um den vertrauenswürdigen
Akteuren Verteidigungswerkzeuge zur Verfügung zu stellen. Die wichtigsten
Software, die in kritischen Infrastrukturen eingesetzt werden, müssen damit
überprüft und abgesichert werden, bevor Hacker diese Werkzeuge missbrauchen.
* 3. Die USA müsse mit China und allen verantwortungsbewussten Ländern
zusammenarbeiten, um sichere Arbeitsumgebungen innerhalb aller wichtigen
öffentlichen und privaten Netzwerke zu schaffen, in die Unternehmen und
Regierungen ihre kritischen Dienste verlagern können.
Friedman hofft, dass US-Präsident Donald Trump und das Chinas Präsident Xi
Jinping das Thema beim nächsten Gipfeltreffen am 14. und 15. Mai in Peking auf
der Agenda haben. Dringlich genug ist es allemal.
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