VERIFIKATION VON BILDDATEN NEUARTIGES SENSORSYSTEM SOLL DEEPFAKES BEKÄMPFEN
02.04.2026 Von Markus Gross, ETH Zürich 3 min Lesedauer
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KI-generierte Bilder und Videos gefährden demokratische Prozesse und untergraben
das Vertrauen in der Gesellschaft. Forscher der ETH Zürich haben nun eine
Chip-Technologie entwickelt, die es ermöglicht, die Authentizität von
Sensordaten wie Bildern und Videos überprüfbar zu machen.
(KI) macht es heute erschreckend einfach, Fotos, Videos und Tonaufnahmen zu
manipulieren. Ob gefälschte Statements von Politikern oder irreführende Bilder
aus Krisengebieten – soziale Medien und Online-Plattformen sind bereits voll von
sogenannten . Die Folgen für Gesellschaft und Demokratie sind gravierend: Immer
mehr Menschen lassen sich von solchen Fälschungen täuschen oder beginnen, selbst
glaubwürdigen Quellen zu misstrauen.
Ein Forscherteam der ETH Zürich hat daher eine neue Sensortechnologie
entwickelt, die genau hier ansetzt. Die Idee: Daten, Bilder oder Audiosignale
werden direkt bei der Entstehung in einem Sensorchip kryptografisch signiert.
Dank dieser Signatur lässt sich nachweisen, dass die Daten tatsächlich von einer
Kamera oder einem Aufnahmegerät stammen, wann sie aufgenommen wurden und dass
keine Manipulationen vorgenommen wurden. „Wenn Daten bereits bei ihrer
Erstellung signiert werden, hinterlässt jede spätere Manipulation Spuren“,
erklärt Fernando Cardes. Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur
für Biosystems Engineering von Andreas Hierlemann im Department für Biosysteme
(BSSE) in Basel und hat die Technologie mitentwickelt. „Um Daten zu
manipulieren, müsste der Chip physisch angegriffen werden – ein technischer
Aufwand, der so hoch wäre, dass die massenhafte Herstellung manipulierter
Inhalte für Social-Media-Plattformen praktisch verunmöglicht wird.“
EINFACHE VERIFIKATION DANK ÖFFENTLICHEM REGISTER
Die im Sensor erzeugten Signaturen könnten von den Kameraherstellern in einem
für alle zugänglichen, unveränderbaren Register (z. B. in einer Blockchain)
gespeichert werden. So ließe sich jederzeit unabhängig prüfen, ob die
vorliegenden Daten echt sind: Jede Person kann die Signatur des Chips im
Register mit den Originaldaten abgleichen und so deren Herkunft bestätigen.
„Damit spielt es kaum noch eine Rolle, ob eine an der Verarbeitung und
Übertragung der Daten beteiligte Person oder Technologie vertrauenswürdig ist“,
erklärt Felix Franke, der den Chip an der ETH Zürich mitentwickelt hat und
inzwischen Professor an der Universität Basel ist. „Das Vertrauen in digitale
Inhalte schwindet. Wir wollten eine Technologie entwickeln, mit der die Menschen
überprüfen können, ob etwas echt ist“, fügt er an.
Die Technologie lässt sich grundsätzlich in jede Art von Sensor oder Kamera
integrieren. Social-Media-Plattformen könnten künftig bereits beim Hochladen
automatisch prüfen, ob Inhalte echt sind. Und wo dies nicht passiert, könnten
Journalisten, Forscher oder Behörden die Echtheit mit einfachen Tools selbst
verifizieren.
GEFAHR VON DEEPFAKES FRÜHZEITIG ERKANNT
Die Idee für die Sensorchips entstand als Nebenprojekt am Bio Engineering
Laboratory der ETH Zürich. Dort beschäftigte man sich schon lange bevor
KI-Systeme wie die öffentliche Diskussion dominierten mit der Entwicklung
hochsensibler Sensoren zum Messen elektrischer Signale lebender Zellen. Die
interdisziplinäre Gruppe verfügte auch über das nötige Know-how, um zusätzliche
kryptografische Funktionen direkt in Sensorchips zu integrieren. „Die Gefahr
durch Deepfakes war absehbar“, erinnert sich Franke. Bereits 2017 sei daher der
Plan entstanden, einen Sensor zu entwickeln, dessen Daten sich nicht unbemerkt
manipulieren lassen.
Der im publizierten Paper vorgestellte Chip ist ein funktionierender Prototyp
und demonstriert die technische Machbarkeit. Für den kommerziellen Einsatz sind
noch weitere Schritte nötig. Die Forscher sind dennoch überzeugt, dass er sich
mit heutigen technologischen Voraussetzungen und Verfahren zu einem
funktionierenden und marktfähigen Produkt weiterentwickeln lässt. Entsprechend
haben sie einen Patentantrag eingereicht. „Wir untersuchen derzeit, wie man den
Aufwand für Kamera- und Sensorhersteller senken kann, wenn sie die neue
Technologie in ihre Chips integrieren wollen“, sagt Cardes.
Die Arbeit wurde vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) und vom
Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) im Rahmen der
SwissChips-Initiative finanziell unterstützt.
Dieser Artikel stammt von unserem Partnerportal .
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