ATLASSIAN SCHLÄGT DIE BRÜCKE WENN AGENTEN ZU TEAMMITGLIEDERN WERDEN
16.03.2026 Von 6 min Lesedauer
Anbieter zum Thema
Atlassian beackert das Thema Teamarbeit seit mehr als zwei Jahrzehnten, mit der
Veröffentlichung von „Agents in Jira“ als Beta und der allgemeinen Verfügbarkeit
des Rovo MCP-Servers wird die Definition von „Team“ nun aber radikal erweitert:
Ab sofort kooperieren nicht mehr nur Menschen miteinander, sondern auch
künstlich intelligente Agenten, und zwar als vollwertige Projektpartner.
„Es werden immer mehr“ – Sanchan Saxena, Head of Product bei Atlassian, blickt
nüchtern auf die Flut an -Agenten, die derzeit die Unternehmensnetzwerke
erobern. Doch statt die Welle nur zu beobachten, surft sein Team darauf. Das
Ziel: Jira von der reinen Collaboration-Plattform zum intelligenten
Betriebssystem für die Mensch-Maschine-Kooperation auszubauen.
„Seit 20 Jahren ist Jira der Taktgeber, der Projekte durch Orchestrierung zum
Erfolg führt“, erklärt Saxena im exklusiven Gespräch mit CloudComputing Insider.
„Wir liefern den von Menschen benötigten Kontext. Doch auch Agenten brauchen
diesen Kontext, um sinnvoll mitzuarbeiten. Jira ist jetzt der Ort, an dem
Menschen und Agenten endlich dieselbe Sprache sprechen.“
Die Software dafür hört auf den Namen „Agents in Jira“ und wurde gerade als
offene Beta-Version freigegeben. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, Agenten
Aufgaben ausführen und Jira alles nachverfolgen zu lassen. Agenten werden als
Mitarbeiter angezeigt, mit denselben Feldern und Mustern, die Teams bereits aus
Jira kennen. Menschliche Mitarbeiter können festlegen, welche Agenten wem zur
Verfügung stehen, wo sie eingesetzt werden können und wann ein Projekt als
„erledigt“ gilt. Ein Board gibt eine Übersicht darüber, welche Aufgaben einem
Agenten zugewiesen sind, welchen Status die einzelnen Arbeitselemente haben und
wie sie in den Sprint-, Release- oder Incident-Zeitplan passen.
HUMAN IN THE LOOP
„Das Besondere daran ist der menschliche Faktor“, so Saxena weiter. „Die
Ergebnisse der gemeinsamen Arbeit werden von Menschen validiert, eine echte
Person überprüft also als ‚Human-in-the-loop‘ den Output eines KI-Agenten. Dabei
kann es sich um Code handeln oder um eine Presseinformation oder sonst einen
Output – immer wird ein Mensch das Ergebnis kontrollieren.“
Die Führungsfigur bei Atlassian hat das Konzept des „Human-in-the-loop“ bereits
früher schon mehrfach als zentralen Pfeiler seiner Strategie hervorgehoben. Für
ihn stellt die KI keinen Ersatz für den Menschen dar, sondern nur einen
Kopiloten, der die menschliche Urteilskraft verstärkt, nicht aber entmachtet.
Besonders deutlich wurde das anlässlich des Launches von Atlassian Rovo auf der
Atlassian Team '25 im Mai vergangenen Jahres. Dort hatte er erstmals die
Möglichkeit der Adressierung von Agenten angesprochen, gleichzeitig aber betont,
dass die finale Entscheidungsgewalt immer beim Menschen bleiben müsse.
„KI-Modelle sind hervorragend darin, Muster zu erkennen und Vorschläge zu
generieren, ihnen fehlen aber der geschäftliche Kontext und das moralische
Kompass-Gefühl“, erklärte Saxena. Die KI könne und solle „die schwere Arbeit des
Suchens und Sortierens“ übernehmen, der Mensch alleine dürfe aber nur „den roten
Knopf“ für die Freigabe oder Veröffentlichung drücken. Auch könne die KI gerne
den jeweils am besten geeigneten Agenten vorschlagen, aber die Teamleiter
müssten stets die Möglichkeit haben, diese Entscheidung zu überstimmen. „Die KI
sollte Ihnen den 90-prozentigen Entwurf oder die beste Empfehlung liefern, aber
die letzten zehn Prozent – das Urteilsvermögen, die Nuancen und die
Verantwortung – müssen beim Menschen bleiben.“
ROVO MCP ALS UNIVERSAL-ADAPTER FÜR DAS KI-ZEITALTER
Das technologische Herzstück dieser Symbiose ist der hauseigene Atlassian
Rovo-Model-Context Protocol-Server. Saxena und sein Team haben ihn als
KI-gestützten „Kollegen“ konzipiert, der in Jira, Confluence und andere
Atlassian-Tools integriert ist. Er hilft Teams, Unternehmenswissen zu finden, zu
verstehen und Aufgaben durch KI-Suche, Chat und automatisierte Agenten schneller
zu erledigen. Rovo nutzt den „Teamwork Graph“ für kontextbezogene Antworten, die
auf den Arbeitsdaten der Organisation basieren.
Seit heute ist Rovo „generell verfügbar“ und fungiert in diesem Szenario nicht
mehr nur als Assistent für den Menschen, sondern als diplomatischer Vertreter
der Atlassian-Daten gegenüber anderen KI-Agenten. Ein spezialisierter
Coding-Agent kann nun direkt bei Rovo anfragen, welche architektonischen
Entscheidungen in Confluence dokumentiert wurden, um daraufhin im Jira-Backlog
die passenden Epics und Issues zu erstellen.
Für Anwender bedeutet dies, dass sie über das reine Lesen von Daten hinaus zum
Beispiel auch komplexe Fragen an den Wissensschatz des Unternehmens stellen
können, wie etwa nach der neuesten Post-mortem-Analyse eines Systemausfalls.
Anstatt einer simplen Linkliste sollen sie nun präzise, kontextbezogene
Antworten erhalten. Aus einem Dialog mit einer KI heraus können automatisch
Jira-Epics generiert und mit den entsprechenden Kontext-Informationen verknüpft
werden. Und schließlich ist es für den Anwender nicht mehr nötig, die Oberfläche
zu wechseln, um Agenten Entwürfe direkt als Confluence-Seiten in den richtigen
Bereichen anlegen oder bestehende Dokumentationen aktualisieren zu lassen.
JETZT NEWSLETTER ABONNIEREN
TÄGLICH DIE WICHTIGSTEN INFOS ZU BIG DATA, ANALYTICS & AI
Geschäftliche E-Mail
Bitte geben Sie eine gültige E-Mailadresse ein.
Abonnieren
Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und
Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details)
einverstanden und akzeptiere die . Weitere Informationen finde ich in unserer .
Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von
redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu
Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).
Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit
Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von
Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden
Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer .
EINWILLIGUNG IN DIE VERWENDUNG VON DATEN ZU WERBEZWECKEN
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel IT-Medien GmbH,
Max-Josef-Metzger-Straße 21, 86157 Augsburg, einschließlich aller mit ihr im
Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel
Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von Newslettern und
Werbung nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen
können abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen
aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und
Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und
Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere
(redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im
Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote.
Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die
Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der
vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und
Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten
Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel
Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln,
die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied
auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt
diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und
Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur
Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen.
Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „“ in der Datenschutzerklärung
entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich
deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte
Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen
Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu
redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die
hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu
Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft
widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund
meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um
meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter abrufbare
Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht
mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters
eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem
Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde
ich in der .
Dabei werden auch moderne UI-Features unterstützt – die KI tritt nicht mehr nur
in einem Chat-Fenster auf, sondern wird direkt in die Benutzeroberfläche der
gerade genutzten Tools eingebettet. Der -Server erlaube es, dass Atlassian-Tools
spezifische Bedienfelder innerhalb externer KI-Clients bereitstellen: „So
verschmelzen die Grenzen zwischen der Kernanwendung und dem KI-Interface
zusehends“, so Saxena.
OPENNESS STECKT IN SAXENAS DNA
Saxena will die Interaktion via Jira übrigens keineswegs auf die eigenen Agenten
limitiert sehen. Atlassians Entscheidung für den MCP-Standard sei ein klares
Bekenntnis zu einem offenen Ökosystem. In der Vergangenheit hätten sich oft
Silos und geschlossene Systeme, die den Datenaustausch erschweren, um Kunden an
sich zu binden, gebildet. In der KI-Ära seien solche Modelle jedoch zum
Scheitern verurteilt.
Entsprechend betont Saxena seinen Willen zu mehr Offenheit. Jira interagiere
keineswegs nur mit den eigenen Agenten, nein, auch fremde Agenten würden
angesprochen: „Ich denke an Claude, ich denke an Amplitude, Box, Canva, Google
Drive, Slack, Figma, GitHub Copilot, HubSpot, Intercom, etc. etc. und an jeden
anderen Agenten, der für die anstehende Arbeit eben gebraucht wird. Wir wollen
ein offenes Ökosystem“, erklärte er im Gespräch. „Und natürlich werden wir uns
künftig noch weiter öffnen.“
Diese „Agentic Connectivity“ bedeutet, dass ein KI-Agent eines Drittanbieters –
etwa für Incident Management oder Security Audits – die Atlassian-Infrastruktur
wie ein natürlicher Teil seines eigenen Systems versteht. Er kann semantische
Suchen durchführen, Zusammenhänge zwischen verstreuten Seiten erkennen und
proaktiv Aktionen auslösen, die früher menschliches Eingreifen erforderten.
Die Offenheit ist übrigens kennzeichnend für Saxena – ihm zufolge war sie sogar
maßgeblich dafür, dass er seine früheren Führungspositionen unter anderem bei
Instagram/Facebook, Microsoft und Salesforce aufgab. Diese Unternehmen stünden
für geschlossene Ökosysteme, während Atlassian-Kunden nicht gezwungen sein
sollen, nur Atlassian-Tools zu nutzen. Anlässlich der Einführung von Rovo
erklärte er denn auch auf offener Bühne, dass KI nur dann nützlich ist, wenn sie
über die eigenen Grenzen hinausgreift. „Offenheit ist der einzige Weg, um die
Versprechen von KI in der Enterprise-Welt wirklich einzulösen.“
ENTERPRISE-READY: SICHERHEIT ALS FUNDAMENT
Für die Anwender stellt sich bei solch tiefgreifenden Öffnungen unweigerlich die
Frage nach der Kontrolle. Saxena kann beruhigen: Da der Server direkt in der
Atlassian-Cloud gehostet werde, erbe er automatisch das bestehende Sicherheits-
und Berechtigungsgefüge. Ein externer KI-Agent sehe nur das, was der
authentifizierte Nutzer auch sehen dürfte. Administratoren behielten die volle
Souveränität und könnten präzise steuern, welche KI-Clients vertrauenswürdig
sind und Zugriff erhalten. Hier sei der Human-in-the-loop zugange. Umfangreiche
Nutzungsprotokolle (Logs) machten zudem jede Interaktion transparent.
„Der Atlassian-Rovo-MCP-Server in Jira bildet ein Fundament für eine neue,
barrierefreie Art des Arbeitens“, so Saxena abschließend. „Er eröffnet
Unternehmen die Chance: Die Zeit, die bisher für das Suchen von Informationen
und das manuelle Synchronisieren von Tools verschwendet wurde, wird frei für
kreative und strategische Aufgaben. Die Agenten übernehmen die Koordination, der
Mensch übernimmt die Richtung. Mit diesem Schritt macht Atlassian deutlich, dass
die Enterprise Data Cloud nicht nur ein Ort zum Speichern ist, sondern ein
lebendiges Netzwerk, in dem Agenten und Menschen Hand in Hand – oder Agent an
Agent – die nächste Stufe der Produktivität erreichen.“
(ID:50767343)