Die neue Ausgabe der Top-100-Liste für KI-Konsumentenprodukte von Andreessen
Horowitz zeigt einen Markt im Umbruch: ChatGPT bleibt dominant, Konkurrenten
holen auf, und die globale Nutzung spaltet sich entlang geopolitischer Linien
auf.
Das Risikokapitalunternehmen Andreessen Horowitz (a16z) veröffentlicht seit drei
Jahren ein Ranking der meistgenutzten KI-Konsumentenprodukte. Die sechste
Ausgabe basiert auf SimilarWeb- und Sensor-Tower-Daten, jeweils Stand Januar
2026. Erstmals werden auch Produkte erfasst, bei denen generative KI zwar
zentral geworden ist, die aber nicht als KI-Unternehmen gegründet wurden, etwa
CapCut, Canva und Notion.
CHATGPT FÜHRT, DOCH DIE KONKURRENZ LIEFERT
ChatGPT bleibt mit Abstand das größte KI-Konsumentenprodukt. Im Web verzeichnet
es 2,7-mal so viel Traffic wie Gemini auf Platz zwei. Die wöchentlich aktiven
Nutzer sind innerhalb eines Jahres um 500 Millionen auf 900 Millionen gewachsen.
Über zehn Prozent der Weltbevölkerung nutzen ChatGPT demnach jede Woche.
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Die Konkurrenz holt allerdings auf. Claude verzeichnet laut Daten des
Marktforschungsunternehmens Yipit ein Wachstum der zahlenden US-Abonnenten von
über 200 Prozent im Jahresvergleich, Gemini sogar 258 Prozent. Rund 20 Prozent
der wöchentlichen ChatGPT-Webnutzer verwenden in einer gegebenen Woche auch
Gemini, ein Zeichen dafür, dass Nutzer zunehmend zwischen mehreren Assistenten
wechseln.
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Die Plattformen verfolgen dabei laut a16z sehr unterschiedliche Strategien.
ChatGPT biete mehr als 85 Apps in den Kategorien Reisen, Shopping, Essen und
Gesundheit an und sei damit der "aggressivste Versuch, eine Consumer-Super-App
zu werden".
Claudes Integrationen zielten dagegen auf Finanzdatenanbieter,
Entwicklerwerkzeuge und Wissenschaftsdatenbanken. Der Ausgang könne laut den
Analysten weniger wie die Suchmaschinen-Kriege aussehen, bei denen ein Anbieter
90 Prozent eroberte, und mehr wie die Smartphone-Plattform-Kriege, bei denen
zwei Systeme mit grundverschiedenen Philosophien jeweils riesige Ökosysteme
aufbauten.
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DIE KI-WELTKARTE ZERFÄLLT IN DREI BLÖCKE
Geografisch spaltet sich der Markt in drei Ökosysteme. Die westlichen Tools
teilen eine ähnliche Nutzerbasis aus den USA, Indien, Brasilien, Großbritannien
und Indonesien. Deepseek sei das einzige Produkt, das die Kluft überbrücke, mit
Traffic aus China, Russland und den USA.
Russland habe sich als dritter Pol etabliert: Yandex Browser mit dem
KI-Assistenten Alice erreiche 71 Millionen monatlich aktive Nutzer. "Sanktionen
schufen die Lücke, lokale Produkte füllten sie innerhalb von zwei Jahren", so
der Bericht. Im Pro-Kopf-Vergleich liegt Singapur auf Platz 1, die USA auf Platz
20.
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MIDJOURNEY STÜRZT AB, AGENTEN ENTSTEHEN
Die Kreativtools haben sich grundlegend verändert. Seitdem und eigene
leistungsfähige Bildmodelle eingebaut haben, scheint sich ein eigenständiges
Tool für die meisten Nutzer kaum noch zu lohnen.
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, das kurz vor der Veröffentlichung von v8 seines Modells steht, ist von den Top
10 auf Platz 43 gefallen. Bei Videogenerierung führen chinesische Modelle wie
Kling AI und Hailuo, während trotz eines starken Launches den verpasst hat. Vor
diesem Hintergrund erscheint die .
Als neue Kategorie entstehen Agenten. OpenClaw, , wuchs innerhalb weniger Wochen
auf 68.000 GitHub-Sterne. Das chinesische Manus wurde von Meta für .
Die eigenen Rankings unterschätzen laut a16z zunehmend, welche KI-Produkte die
Menschen tatsächlich nutzen. Je stärker sich KI vom eigenständigen Produkt zum
eingebetteten Feature wandle, desto weniger taugten Web-Traffic und
App-Downloads als Maßstab. , das Gemini mit Gmail, Fotos und YouTube verbindet.
Vor kurzem zeigten bereits , dass ChatGPT trotz weiterhin dominanter Position
Marktanteile einbüßt: Der Anteil am weltweiten KI-Webtraffic sank demnach
innerhalb eines Jahres von 75,7 auf 61,7 Prozent, während Google Gemini seinen
Anteil von 5,7 auf 24,4 Prozent mehr als vervierfachte.
Im Unternehmensmarkt zeichnet sich ein ähnliches Bild ab: Laut einer führt
OpenAI zwar noch mit 78 Prozent Nutzung in der Produktion, doch Anthropic
steigerte seine Enterprise-Durchdringung seit Mai 2025 um 25 Prozent auf 44
Prozent. 81 Prozent der befragten Unternehmen nutzen mittlerweile drei oder mehr
Modellfamilien.