KI-INFRASTRUKTUR FÜR DIE ROBOTIK-REVOLUTION NEU DENKEN DAS DREI-COMPUTER-PROBLEM
DER PHYSICAL AI
31.07.2026 Ein Gastbeitrag von Evan Helda 3 min Lesedauer
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Humanoide Roboter falten Wäsche, autonome Fahrzeuge navigieren durch Städte. In
Demos wirkt die Robotik-Revolution unvermeidlich. Dahinter aber stehen
fragmentierte Entwicklungsprozesse: Training, Simulation und Edge-Deployment
arbeiten häufig als getrennte Systeme. Warum das die eigentliche Hürde für
Robotik-Teams ist, erläutert Evan Helda, Head of Physical AI beim Cloud-Anbieter
Nebius.
Hinter jeder eleganten Demo steckt eine unordentlichere Wahrheit: Die
Lernschleifen sind fragmentiert. Spricht man mit Robotik-Teams, taucht dieselbe
Beschwerde auf. Zu viel Zeit geht für das Jonglieren mit Infrastruktur drauf,
statt Modelle zu verbessern. Das kostet Teams das Einzige, was sie nicht
zurückgewinnen können: Iterationsgeschwindigkeit. Physical AI hat damit nicht
nur ein Modell-Problem, sondern ein Workflow-Problem. Genauer: ein
Drei-Computer-Problem.
Der Markt wächst dabei erheblich: Das Marktforschungsunternehmen
MarketsandMarkets prognostiziert einen . Solche Prognosen stammen aus
Auftragsforschung und schwanken je nach Marktabgrenzung erheblich.
WARUM EIN GENAI-STACK NICHT AUSREICHT
Anders als textbasierte generative muss Physical AI mit physischen Konsequenzen
umgehen. Ein Roboter kann eine Kiste fallen lassen, gegen eine Wand fahren oder
auf eine Weise versagen, die teuer oder gefährlich ist.
Dieser Unterschied verändert den Stack in drei Dimensionen. Die Daten sind
schwerer: Video, LiDAR, Tiefeninformationen, Telemetrie, Roboterzustand,
Simulationsspuren und Sensorströme. Die Modelle sind verkörperter:
Vision-Language-Action-Modelle, World Models, Control Policies und Perception
Stacks. Und die Workloads sind eigenartiger, etwa Simulation, synthetische
Datengenerierung, , Evaluation, Replay, Failure Mining und multimodale
Datenverarbeitung.
Physical AI hat durch Fortschritte bei , Simulation, synthetischen Daten,
Reinforcement Learning und Edge Computing an Fahrt gewonnen. Aber nichts davon
wurde dafür gebaut, als ein System zusammenzuarbeiten. Das ist die größte Hürde
für Entwickler.
DAS DREI-COMPUTER-PROBLEM
Das zentrale Infrastrukturproblem in Physical AI ist das, was Nvidia das
Drei-Computer-System nennt: Ein Computer trainiert das Modell, einer simuliert
die Welt, einer läuft in der Maschine.
Der erste ist der Trainings-Cluster für Modelltraining und Fine-Tuning. Er
braucht Skalierbarkeit, schnelles Netzwerk, robustes Scheduling und schnellen
Zugriff auf Sensordaten. Der zweite ist die Simulationsumgebung, mit GPUs für
Rendering und KI-Berechnungen, CPUs für Physiksimulation, schnellem Speicher und
Orchestrierung für parallele Instanzen. Der dritte ist das Edge-Gerät: Modelle
müssen mit niedriger Latenz auf eingeschränkter Hardware in Robotern,
Fahrzeugen, Drohnen oder Maschinen laufen, bei entsprechenden Anforderungen an
Sicherheit, Zuverlässigkeit, Energieeffizienz, Laufzeitkompatibilität und
Echtzeit-Performance.
In der Theorie bilden diese drei Komponenten eine Lernschleife: Modell
trainieren, in der Simulation testen, deployen, Fehler beobachten, mit neuen
Daten verbessern. In der Praxis funktionieren sie wie drei separate Inseln.
Traditionelle Cloud-Architektur wurde nicht für Workloads entwickelt, bei denen
Training, Simulation, Datenverarbeitung, Evaluation und Deployment als
integriertes System zusammenwirken müssen. Robotik-Teams bauen deshalb nicht nur
Roboter, sondern auch die Infrastruktur, um Roboter zu bauen.
DIE SIM-TO-REAL-LÜCKE
Die physische Welt liefert keinen sauberen, ausgewogenen Datensatz. Sie liefert
Blendung, Staub, Regen, Schatten, unebene Böden, Sensorrauschen und seltene
Fehlerfälle. Synthetische Daten sind der Weg, wie Teams diesen Long Tail
abdecken: Per Simulation lassen sich seltene, gefährliche oder teure Szenarien
in großem Maßstab erzeugen und Fehler wiederholen, deren physische Reproduktion
unmöglich oder unverantwortlich wäre.
Physical-AI-Teams brauchen sowohl synthetische als auch reale Daten. Diese
Quellen liegen jedoch häufig in unterschiedlichen Formaten, Speichersystemen und
Workflows vor. Entsprechend aufwendig ist der Weg vom realen Fehler über das
simulierte Szenario zum neu trainierten Modell. Die Daten existieren, die
Schleife nicht.
AUFBAU EINER EXECUTION LAYER FÜR PHYSICAL AI
Der nächste Schritt ist der Aufbau einer durchgängigen Cloud-Execution-Layer für
den gesamten Physical-AI-Lebenszyklus. Nicht nur GPUs, Storage oder Simulation,
auch nicht nur Datenpipelines, sondern ein System, das Teams ermöglicht, den
kompletten Kreislauf über eine Entwickleroberfläche, eine gemeinsame
Datenschicht und ein Execution Framework zu betreiben.
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Stand: 08.12.2025
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In diesem Modell ist die Cloud mehr als ein Ort, an dem man Rechenleistung
mietet. Sie ist auf dem Weg, zur Datenfabrik für Physical AI zu werden: ein
aktives System, das Rechenleistung in Trainingsdaten, simulierte Szenarien,
Evaluationsläufe, Modellverbesserungen und schließlich Edge-Deployments
umwandelt.
Im -Zeitalter wurde die Cloud zur Fabrik für . Im Physical-AI-Zeitalter wird sie
zur Fabrik für verkörperte Intelligenz. So bewegen sich Roboter von
beeindruckenden Demos hin zu Deployment in großem Maßstab.
ÜBER DEN AUTOR
Evan Helda ist Leiter des Bereichs Physical AI bei .
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