KOMMENTAR VON ANDREY SCHUKIN, INTERPREFY MACHT KÜNSTLICHE INTELLIGENZ
DOLMETSCHER ÜBERFLÜSSIG?
08.05.2026 Von Andrey Schukin 4 min Lesedauer
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Künstliche Intelligenz (KI) verändert den mehrsprachigen Zugang bei
internationalen Events, doch menschliche Kontrolle bleibt entscheidend, um
Kontext, Nuancen und Vertrauen zu gewährleisten.
Remote Simultaneous Interpretation (RSI) ist seit langem eine bewährte Lösung
für Veranstalter, die ihre Events mehrsprachig gestalten möchten. Der Einsatz
erfahrener, qualifizierter Dolmetscher bei großen, komplexen und nuancenreichen
Veranstaltungen stellt dabei einen erheblichen Mehrwert dar.
Mit dem technologischen Fortschritt haben jedoch -gestützte
Sprachübersetzungsdienste, wie Audioübersetzungen und Live-Untertitel, ein
Genauigkeitsniveau erreicht, das für die meisten Teilnehmer ausreichend ist und
das bei deutlich geringeren Kosten sowie wesentlich einfacheren logistischen
Anforderungen. Diese Faktoren treiben die zunehmende Verbreitung KI-basierter
Live-Übersetzungen maßgeblich voran.
KI ist in der Lage, gesprochene Inhalte in Echtzeit zu transkribieren, zu
übersetzen und bereitzustellen. Dadurch können Veranstalter internationale
Zielgruppen in großem Maßstab erreichen, ohne hohe Betriebskosten in Kauf nehmen
zu müssen. Doch auch wenn sich die Fähigkeiten KI-gestützter Sprachübersetzung
stetig verbessern, ist Sprache weit mehr als reine Syntax, sie umfasst
Botschaft, Logik, Tonfall und Kontext.
Wir sind davon überzeugt, dass die Zukunft in einer „Hybrid Intelligence“ liegt,
die Mensch und KI kombiniert. KI kann zwar mehrsprachige Events auf ein neues
Niveau heben, weist aber auch Einschränkungen auf.
KONTEXTUELLE HERAUSFORDERUNGEN
Dank neuronaler maschineller Übersetzung und fortschrittlicher
Spracherkennungsmodelle verringert sich die Qualitätslücke zwischen KI und
menschlicher Übersetzung in bestimmten Anwendungsfällen zunehmend. Dennoch
stoßen aktuelle KI-gestützte Sprachübersetzungen bei komplexen und nuancierten
Inhalten häufig an ihre Grenzen. Der Grund: Die korrekte Interpretation im
jeweiligen Kontext, insbesondere bei der Übertragung von einer Sprache in eine
andere, ist äußerst anspruchsvoll.
Obwohl Fortschritte bei kontextsensitien KI-Modellen und vielversprechend sind,
verfügen viele KI-Übersetzungstools weiterhin nur über ein begrenztes
Kontextgedächtnis. Das erhöht das Risiko von sogenannten Halluzinationen und
Ungenauigkeiten. Selbst mit erweitertem Kontext bleibt Konsistenz eine
Herausforderung, da KI oft nicht in der Lage ist, komplexe oder vielschichtige
Aussagen vollständig zu erfassen.
Eine vollständig präzise KI-Sprachübersetzung würde eine (AGI) voraussetzen,
eine Form von KI, die es derzeit, auch bei Large Language Models, noch nicht
gibt. Die Echtzeit-Anforderungen bei Veranstaltungen verschärfen diese
Problematik zusätzlich, da naturgemäß am besten mit vollständigen und
abgeschlossenen Eingaben arbeiten, was bei spontaner menschlicher Sprache nicht
gegeben ist.
Das bedeutet jedoch nicht, dass KI nicht in der Lage ist, in klar definierten
Kontexten präzise Audioübersetzungen zu liefern. Insbesondere bei
standardisierten Geschäftsinhalten, Präsentationen mit etablierter Terminologie
oder klar strukturierten Reden kann die Qualität der KI-Übersetzung durchaus mit
der menschlicher Dolmetscher konkurrieren. Bei kritischen, kulturell sensiblen
oder hochspezialisierten Veranstaltungen bleibt die Expertise menschlicher
Dolmetscher jedoch unverzichtbar, idealerweise in Kombination mit KI.
Ein Beispiel für ein solches hybrides Modell, menschliche Übersetzungsleistung
für Nuancen, KI für Skalierbarkeit, ist ein , bei dem 14 menschliche
Übersetzungskanäle mit 55 zusätzlichen KI-gestützten Kanälen kombiniert wurden.
So konnten 53.000 Teilnehmer in 192 Ländern erreicht werden. Dieses Beispiel
verdeutlicht eindrucksvoll das Potenzial hybrider Intelligenz aus Mensch und KI.
DAS IDEALE MODELL HYBRIDER INTELLIGENZ
Die optimale Zusammenarbeit zwischen menschlichen Experten und KI-gestützter
Interpretation stellt sicher, dass die vollständige Botschaft jeder Präsentation
konsistent und ohne Qualitätsverluste vermittelt wird.
Ein solches Modell ermöglicht zudem eine Echtzeit-Qualitätskontrolle: KI kann
potenzielle Probleme erkennen und zur Überprüfung markieren, während menschliche
Experten Feedback liefern, das die Leistung der KI kontinuierlich verbessert.
Auch bei dicht getakteten Veranstaltungsprogrammen sollte ein durchgängig
reibungsloser Ablauf gewährleistet sein. Einige Inhalte werden weiterhin von
menschlichen Dolmetschern betreut, während andere durch KI-basierte
Sprachübersetzung abgedeckt werden können. Mit der Weiterentwicklung der KI,
insbesondere im Hinblick auf Fachterminologie, kulturelle Nuancen und
individuelle Sprechweisen, wird sich die Aufgabenverteilung zwischen Mensch und
Maschine zunehmend dynamisch und effizient gestalten.
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Stand: 08.12.2025
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eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem
Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde
ich in der .
Darüber hinaus ermöglicht dieser Ansatz eine flexible Anpassung an die
Bedürfnisse der Teilnehmer. In Kombination mit cloudbasierten RSI-Plattformen
kann die nahtlose Integration von menschlichen Dolmetschern und KI-Übersetzung
eine Win-win-Situation schaffen: hochwertige Sprachmittlung in großem Maßstab zu
Kosten, die im Rahmen bleiben.
BALANCE ZWISCHEN KOSTEN UND INKLUSION
KI eröffnet Veranstaltern neue Möglichkeiten und erweitert das Spektrum an
verfügbaren Sprachoptionen für das Publikum. So erlaubt die Kosteneffizienz von
KI beispielsweise, auch kleinere Sessions oder Breakout-Räume mehrsprachig
anzubieten. Formate, bei denen sich der Einsatz menschlicher Dolmetscher bislang
oft nicht gerechnet hätte.
Dennoch sollten Veranstalter bei der Bewertung rein KI-basierter Lösungen stets
darauf achten, die Systeme mit Inhalten zu testen, die dem geplanten Event
möglichst nahekommen und dies auch über längere Zeiträume hinweg. Viele KI-Tools
zeigen Qualitätsverluste bei längerer Nutzung oder stoßen bei schneller
Sprechweise an ihre Grenzen. Klare Qualitätsbenchmarks helfen dabei,
sicherzustellen, dass die Erwartungen erfüllt werden, bevor die Lösung live
eingesetzt wird.
Eine universelle Lösung für alle Eventformate gibt es nicht. Je nach Art der
Veranstaltung, Thema oder Sprecher kann eine KI-basierte Übersetzung mehr oder
weniger geeignet sein. Gleiches gilt für RSI. Auch die Erwartungen der
Zielgruppen variieren stark. In Kombination mit dem Risiko von Fehlinvestitionen
unterstreicht dies die Bedeutung eines sorgfältigen Testens vor der finalen
Entscheidung.
OHNE AGI BLEIBEN MENSCHLICHE DOLMETSCHER UNERLÄSSLICH
Die Entwicklung von KI lässt erwarten, dass sich die Übersetzungsqualität in den
kommenden Jahren weiter deutlich verbessern wird, insbesondere durch
Fortschritte bei Echtzeitverarbeitung sowie beim Verständnis von Kontext,
Tonalität und kulturellen Feinheiten. Bis jedoch AGI Realität und breit
verfügbar ist, bleibt die Rolle menschlicher Dolmetscher zentral.
Für optimale Ergebnisse empfiehlt es sich, gezielt zu bestimmen, wo KI-gestützte
Sprachübersetzung sinnvoll eingesetzt werden kann und diese mit der Expertise
erfahrener Dolmetscher zu kombinieren. So lassen sich inklusive Veranstaltungen
skalieren und gleichzeitig die Kosten für Mehrsprachigkeit deutlich reduzieren.
Mit zunehmender Reife der Technologie werden Organisationen, die bereits heute
in hybride Ansätze investieren, am besten positioniert sein, um ihre
mehrsprachigen Strategien künftig weiterzuentwickeln und zu optimieren.
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