KOMMENTAR VON OLEKSII RESHETNIIAK, INTELLIAS AGENTENBASIERTE WORKFLOWS: DIE WAHL
ZWISCHEN DEN BEIDEN GÄNGIGSTEN MUSTERN
11.08.2026 Von Oleksii Reshetniiak 5 min Lesedauer
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Mit dem Einzug agentischer Künstlicher Intelligenz (KI) in Unternehmen prüfen
immer mehr Organisationen, wie Teams aus KI-Agenten komplexe Workflows
unterstützen, Entscheidungen automatisieren und manuelle Prozesse reduzieren
können. Das Potenzial ist groß – gleichzeitig besteht jedoch die Gefahr,
Multi-Agenten-Architekturen als Standardlösung zu betrachten.
In der Praxis geht es jedoch nicht darum, möglichst viele Agenten in ein System
zu integrieren. Entscheidend ist vielmehr, ob zusätzliche Agenten dabei helfen,
ein Problem zuverlässiger, effizienter und sicherer zu lösen.
Die Orchestrierung mehrerer Agenten kann erheblichen Mehrwert schaffen, indem
Aufgaben auf spezialisierte Agenten verteilt und flexiblere Workflows ermöglicht
werden. Gleichzeitig steigen jedoch die Anforderungen an Komplexität,
Kostenkontrolle und Governance, die von Beginn an sorgfältig berücksichtigt
werden müssen.
WELCHE KI-ARCHITEKTUR UNTERNEHMEN WIRKLICH BRAUCHEN
Für viele -Anwendungen reicht ein einzelner Agent vollkommen aus. Er kann
Anfragen verstehen, Informationen abrufen, Tools aufrufen, Ergebnisse
analysieren und eine Antwort generieren. In zahlreichen Geschäftsszenarien ist
das völlig ausreichend. Solche Systeme lassen sich einfacher testen und
überwachen und sind in der Regel auch kosteneffizienter.
Herausforderungen entstehen, wenn eine Aufgabe den Rahmen eines einzelnen
Entscheidungs- oder Denkprozesses überschreitet. Ein einzelner Agent muss dann
möglicherweise zu viele Informationen gleichzeitig verarbeiten, zahlreiche
Werkzeuge nutzen oder mehrere, teilweise widersprüchliche Aufgaben parallel
bewältigen. So kann er beispielsweise gleichzeitig Anfragen klassifizieren,
Daten recherchieren, Ergebnisse validieren, Geschäftssysteme aktualisieren und
die Resultate verständlich erklären müssen. Mit zunehmender Komplexität können
Genauigkeit, Antwortzeiten und Zuverlässigkeit darunter leiden.
Genau an diesem Punkt spielt die Multi-Agenten-Orchestrierung ihre Stärken aus.
Anstatt einen einzigen Agenten mit sämtlichen Aufgaben zu betrauen, werden diese
auf spezialisierte Agenten verteilt. Einzelne Agenten übernehmen klar definierte
Verantwortlichkeiten – etwa die Erkennung der Nutzerabsicht, die Datenrecherche,
die Analyse von Informationen, die von Ergebnissen oder die Ausführung von
Aktionen in Unternehmenssystemen.
Das Prinzip ähnelt der Zusammenarbeit erfolgreicher Teams: Spezialisten
konzentrieren sich auf ihre jeweiligen Kernkompetenzen, während eine
koordinierende Instanz den gesamten Prozess steuert. Je nach Anwendungsfall
können Agenten nacheinander arbeiten, parallel Aufgaben bearbeiten oder von
einem leitenden Agenten koordiniert werden, der Aufgaben dynamisch verteilt.
Welches Orchestrierungsmodell gewählt wird, sollte sich stets an den
Anforderungen des jeweiligen Workflows orientieren.
KOORDINATION SPEZIALISIERTER KI-AGENTEN
Bei Intellias setzen wir diesen Ansatz zunehmend in Enterprise-Copiloten und
Produktivitätsassistenten ein. Ein koordinierender Agent klassifiziert
eingehende Anfragen – beispielsweise Informationsrecherche, Datenextraktion,
Workflow-Ausführung oder beratende Unterstützung – und leitet sie an den jeweils
am besten geeigneten Spezialisten weiter. Jeder Agent ist mithilfe spezifischer
Prompts, Tools und Modelle auf seine Aufgabe optimiert.
Die Vorteile liegen auf der Hand: Eine klare Spezialisierung, schnellere
Verarbeitung durch parallele Ausführung sowie eine modulare Architektur, die
sich flexibel weiterentwickeln lässt.
Dennoch bringt die Orchestrierung auch Herausforderungen mit sich. Die
Koordination mehrerer Agenten erhöht die Komplexität, den Governance-Aufwand und
die Betriebskosten. Deshalb sollten Multi-Agenten-Architekturen nicht als
Standardlösung betrachtet werden. In vielen Fällen ist ein einzelner Agent
innerhalb eines konsistenten Verarbeitungskontexts nach wie vor die effektivste
Wahl. Erst wenn Umfang oder Komplexität einer Aufgabe die Fähigkeiten eines
einzelnen Agenten sinnvoll übersteigen, entfaltet die Orchestrierung ihren
Mehrwert.
Ein weiterer etablierter Ansatz ist die dynamische Delegation. Dabei übernimmt
ein leitender Agent die Gesamtverantwortung für das Ziel und weist
spezialisierte Agenten je nach Bedarf einzelnen Aufgaben zu. Dieses Muster
eignet sich besonders für die Dokumentenverarbeitung, Analyseprozesse und
KI-gestützte Entscheidungsunterstützung.
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Stand: 08.12.2025
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ich in der .
Sein größter Vorteil ist die Flexibilität. Statt starren, vordefinierten
Workflows zu folgen, kann das System seine Vorgehensweise anhand von
Zwischenergebnissen dynamisch anpassen. Dadurch lassen sich auch komplexe und
weniger vorhersehbare Aufgaben effizient bewältigen.
VON DER ARCHITEKTUR ZUM GESCHÄFTSERFOLG
In der Praxis lassen sich mit diesem Ansatz deutliche Effizienzsteigerungen in
traditionell zeitaufwendigen Prozessen erzielen. Ein Beispiel ist die
Lead-Qualifizierung. Durch die Zusammenarbeit mehrerer spezialisierter Agenten
kann sich der gesamte Prozess von mehreren Stunden auf wenige Minuten verkürzen:
Ein Agent sammelt Informationen über den Lead, ein weiterer bewertet dessen
Übereinstimmung mit dem Ideal Customer Profile (ICP), ein dritter aktualisiert
das CRM-System und ein vierter leitet die Verkaufschance an den passenden
Vertriebsmitarbeiter weiter. Das Ergebnis ist eine um 80 Prozent kürzere
Qualifizierungszeit sowie eine höhere und schnellere Übergaben innerhalb des
Vertriebsprozesses.
Ein ähnlicher Ansatz eignet sich für das Recruiting. Orchestrierte Agenten
können wiederkehrende Schritte im Einstellungsprozess übernehmen und den
Zeitaufwand für HR-Erstgespräche mit Kandidaten um bis zu 70 80 Prozent
reduzieren. Recruiter gewinnen dadurch mehr Zeit für die Aspekte, die
menschliches Urteilsvermögen erfordern – etwa die persönliche Bewertung, eine
positive Candidate Experience und den Aufbau einer vertrauensvollen Beziehung.
Auf Unternehmensebene ist eine leistungsfähige Orchestrierung zudem auf eine
nahtlose Integration angewiesen. Standards wie das Model Context Protocol () und
die Agent-to-Agent-Kommunikation () ermöglichen Agenten den Zugriff auf
Werkzeuge sowie die Zusammenarbeit über verschiedene Technologieplattformen
hinweg. Dadurch entstehen skalierbare, erweiterbare und herstellerunabhängige
Architekturen.
WAS ENTERPRISE-TAUGLICHE ORCHESTRIERUNG AUSZEICHNET
Neben messbaren Effizienzgewinnen – etwa einer um 80 80 Prozent kürzeren
Lead-Qualifizierung und einer um 70 80 Prozent reduzierten Bearbeitungszeit im
Recruiting – bietet die Multi-Agenten-Orchestrierung vor allem mehr
Flexibilität. Einzelne Agenten lassen sich unabhängig voneinander verbessern,
wodurch Innovationen schneller umgesetzt werden können. Gleichzeitig können
Fehler häufig isoliert werden, ohne den gesamten Workflow zu beeinträchtigen.
Diese Vorteile gehen allerdings mit höherer Komplexität einher.
Multi-Agenten-Systeme erfordern mehr Koordination, höhere Rechenressourcen und
deutlich umfangreichere Tests als Architekturen mit nur einem Agenten. Mit
zunehmender Anzahl von Agenten entwickelt sich das System zu einer verteilten
Softwareumgebung – und bringt damit viele der bekannten betrieblichen
Herausforderungen verteilter Systeme mit sich.
Der Erfolg hängt deshalb maßgeblich von einer konsequenten Engineering-Disziplin
ab. Besonders wichtig sind dabei folgende Grundprinzipien:
* Klare Verantwortlichkeiten: Jeder Agent sollte eine eindeutig definierte
Rolle übernehmen – ohne Überschneidungen oder Unklarheiten.
* Bewusst konzipierte Orchestrierung: Routing, Delegation und Koordination
sollten von Anfang an Bestandteil der Architektur sein und nicht erst im
laufenden Betrieb entstehen.
* Governance by Design: Berechtigungen, Richtlinien, Iterationsgrenzen und
Kostenkontrolle müssen bereits in der Konzeption berücksichtigt werden.
* Beobachtbarkeit und Nachvollziehbarkeit: Unternehmen benötigen Transparenz
über Entscheidungen der Agenten, den Einsatz von Tools und sämtliche
Systeminteraktionen, um Nachvollziehbarkeit, Kontrolle und Vertrauen
sicherzustellen.
Auch menschliche Aufsicht bleibt ein wesentlicher Bestandteil des
Gesamtkonzepts. Insbesondere bei risikobehafteten Entscheidungen oder
Situationen, die menschliches Urteilsvermögen erfordern, schafft sie eine
zusätzliche Kontroll- und Sicherheitsebene.
DER WAHRE MASSSTAB FÜR ERFOLG
Die Orchestrierung mehrerer KI-Agenten kann erheblichen Mehrwert schaffen –
allerdings nur, wenn sie zielgerichtet eingesetzt wird und auf einer soliden
technischen Grundlage basiert. Entscheidend ist nicht die Anzahl der
eingesetzten Agenten, sondern die Wahl der Architektur, die am besten zur
jeweiligen Herausforderung passt.
Das Ziel besteht nicht darin, ein Höchstmaß an Autonomie zu erreichen.
Entscheidend ist vielmehr, KI-Systeme zu entwickeln, die zuverlässig,
transparent und langfristig echten geschäftlichen Mehrwert schaffen.
Bei Intellias steht deshalb ein pragmatischer Ansatz im Mittelpunkt. Teams aus
KI-Agenten werden nicht eingesetzt, weil der Markt das erwartet, sondern dann,
wenn sie nachweislich die beste Lösung darstellen und langfristig
Zuverlässigkeit, Skalierbarkeit und nachhaltigen Geschäftserfolg ermöglichen.
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