NACHBERICHT REPLY XCHANGE 2026 DIE ÄRA INTELLIGENTER SYSTEME BEGINNT
25.06.2026 Quelle: Reply 5 min Lesedauer
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Die Diskussion über Künstliche Intelligenz (KI) hat einen Wendepunkt erreicht.
Nachdem Unternehmen in den vergangenen Jahren mit generativer KI experimentiert
und erste Produktivitätsgewinne realisiert haben, beginnt nun die nächste
Entwicklungsstufe: KI wird zum aktiven Bestandteil von Geschäftsprozessen,
Unternehmenswissen und physischen Systemen.
Auf der Reply Xchange 2026 in der BMW Welt in München wurde deutlich, dass sich
die zentrale Fragestellung verändert hat. Ging es bislang vor allem darum, was
leisten kann, steht heute eine andere Herausforderung im Mittelpunkt: Wie lässt
sich KI sicher, wirtschaftlich und skalierbar in Unternehmen einsetzen? Die
vorgestellten Anwendungen demonstrierten, dass die Zukunft nicht in einzelnen
Assistenten oder liegt. Vielmehr wird entscheidend sein, Wissen, Entscheidungen
und physische Prozesse intelligent miteinander zu vernetzen.
WENN UNTERNEHMENSWISSEN HANDLUNGSFÄHIG WIRD
Die erste Welle generativer KI hat gezeigt, wie schnell Informationen verfügbar
gemacht werden können. Der nächste Schritt geht deutlich weiter. Unternehmen
benötigen Systeme, die Wissen nicht nur finden, sondern verstehen und in
Geschäftsprozesse einbinden können.
Ein Beispiel dafür ist die auf Salesforce Agentforce basierende Lösung zur
Automatisierung komplexer Angebotsprozesse. Insbesondere Unternehmen mit
Produkten hoher Variantenvielfalt stehen vor der Herausforderung, Kundenanfragen
effizient und konsistent zu bearbeiten. Die vorgestellte Multi-Agenten-Lösung
analysiert unstrukturierte Anfragen aus E-Mails, PDFs, Formularen oder Scans,
extrahiert relevante Informationen, identifiziert passende Produkte und erstellt
eigenständig vollständige Angebote. Dabei kommen Technologien wie Intelligent
Document Processing (IDP), (RAG) und spezialisierte KI-Agenten zum Einsatz.
Der eigentliche Innovationsschritt liegt nicht in der Automatisierung einzelner
Prozessschritte. Wichtig ist die Fähigkeit, Expertenwissen dauerhaft nutzbar zu
machen und in den Angebotsprozess zu integrieren. Dadurch entstehen skalierbare
Entscheidungsprozesse, die Unternehmen helfen, schneller auf Kundenanfragen zu
reagieren, die Prozessqualität zu erhöhen und Vertriebsteams zu entlasten.
Wie sich diese Verbindung von Wissen und operativer Ausführung in der Praxis
nutzen lässt, zeigt ein Projekt für The Quality Group. Durch die Integration des
Warehouse-Management-Systems LEA Reply mit autonomen Robotern von Locus Robotics
werden Aufträge automatisch orchestriert, in Lageraufgaben übersetzt und direkt
auf der Lagerfläche ausgeführt. So entsteht ein durchgängiger Workflow, der
Durchlaufzeiten reduziert und operative Prozesse beschleunigt.
Damit solche Systeme künftig noch leistungsfähiger werden, gewinnen semantische
Technologien wie Ontologien und Knowledge-Graphen zunehmend an Bedeutung. Sie
schaffen die Grundlage dafür, dass Agenten Beziehungen zwischen Produkten,
Kunden, Prozessen und Unternehmensregeln verstehen können. Erst durch diesen
Kontext wird aus KI ein System, das nicht nur antwortet, sondern fundierte
Entscheidungen unterstützt.
WENN EXPERTISE UNBEGRENZT VERFÜGBAR WIRD
Wie sich Wissen skalieren lässt, zeigte sich auch im Bereich „AI & Creativity“.
Während Fachwissen bislang häufig an einzelne Experten, Trainer oder konkrete
Schulungssituationen gebunden war, setzen KI-basierte Systeme auf neue Formen
der Wissensvermittlung.
Auf der Reply Xchange wurden „Digital Humans“ und KI-gestützte Lernplattformen
vorgestellt, die für personalisierte Trainingsszenarien sorgen. Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter können Verkaufsgespräche, Kundentermine oder anspruchsvolle
Einwandbehandlungen realitätsnah simulieren und individuelles Feedback erhalten.
Die Interaktion erfolgt dabei über menschenähnliche digitale Avatare, die eine
natürliche Kommunikation ermöglichen.
Gerade im Vertrieb entstehen dadurch neue Optionen. Trainingssituationen, die
bislang einen hohen organisatorischen Aufwand erforderten, können jederzeit und
beliebig oft durchgeführt werden. Unternehmen profitieren von einer schnelleren
Entwicklung vertriebsrelevanter Kompetenzen, höherem Engagement und
nachhaltigeren Lernerfolgen. Gleichzeitig wird Expertise skalierbar: Wissen ist
unabhängig von Zeit, Ort oder verfügbaren Trainern nutzbar.
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Stand: 08.12.2025
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Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde
ich in der .
Für Marketing- und -Verantwortliche eröffnet diese Entwicklung eine
weitergehende Perspektive. Dieselben Technologien, die heute das Lernen
personalisieren, können künftig individuelle Kundenerlebnisse bieten. Die
Verbindung aus generativer KI, Unternehmenswissen und natürlicher Interaktion
schafft die Grundlage für eine nächste Generation digitaler Erlebnisse.
DIE INFRASTRUKTUR HINTER DER KI
Mit dem zunehmenden Einsatz von KI rückt eine weitere Herausforderung in den
Fokus: die Skalierung der zugrunde liegenden Infrastruktur.
Gemeinsam mit ebm-papst neo präsentierte Reply die Plattform NEXAIRA, die
Cloud-, - und KI-Technologien kombiniert, um Lüftungs- und Kühlsysteme
intelligenter zu betreiben. Die Lösung umfasst , die intelligente Modernisierung
bestehender Anlagen sowie die datengetriebene Optimierung energieintensiver
Kühl- und Lüftungssysteme.
Dies ist besonders relevant vor dem Hintergrund des wachsenden Energiebedarfs
moderner KI-Rechenzentren. Laut den vorgestellten Ergebnissen können durch
intelligente Regelungsstrategien und eine bedarfsgerechte Steuerung bis zu 50
Prozent der Kühlenergie eingespart werden. Gleichzeitig entstehen neue digitale
Services und datengetriebene Geschäftsmodelle.
Dieses Beispiel verdeutlicht, dass die Zukunft der KI nicht allein von
leistungsfähigeren Modellen abhängt. Ebenso wichtig wird die Fähigkeit sein, die
notwendige Infrastruktur effizient und nachhaltig zu betreiben. Damit entwickelt
sich Nachhaltigkeit vom Compliance-Thema zu einem strategischen Erfolgsfaktor
für die KI-Transformation.
WENN KI DIE REALE WELT VERSTEHT
Die nächste Entwicklungsstufe der KI wird besonders dort sichtbar, wo digitale
Intelligenz auf die physische Welt trifft.
Im Rahmen des Proof of Concept „VILAS“ entwickelt Reply gemeinsam mit Siemens
einen KI-basierten Ansatz zur automatisierten Umgebungsanalyse in
Logistikbereichen. Bestehende Fahrzeuge werden mit Kameras und
Edge-Computing-Technologie zu mobilen Sensorplattformen erweitert. Sie erkennen
Sicherheitsrisiken wie blockierte Feuerlöscher oder versperrte
Erste-Hilfe-Stationen ebenso wie logistische Abweichungen, beispielsweise falsch
belegte Flächen.
Bemerkenswert ist dabei der konsequente Privacy-by-Design-Ansatz. Die
Bildverarbeitung erfolgt direkt auf dem Fahrzeug. Sensible Daten verlassen das
System nicht; lediglich erkannte Auffälligkeiten werden zur weiteren
Verarbeitung übertragen. Das Projekt veranschaulicht exemplarisch, wie Physical
AI dazu beiträgt, Transparenz, Sicherheit und Effizienz in komplexen
Betriebsumgebungen zu erhöhen.
Einen Schritt weiter geht das Forschungsprojekt „AMADEUS“. Hier kombiniert Reply
autonome Drohnen, Bodenroboter, Computer Vision, agentenbasierte KI und mobile
-Netze, um Einsatzkräfte in Krisen- und Katastrophenszenarien zu unterstützen.
Über die Roboverse-Plattform „CASCADE“ werden heterogene Robotersysteme
koordiniert, die Einsatzgebiete autonom erkunden, Gefahren erkennen und
vermisste Personen lokalisieren können. Selbst bei einem Ausfall klassischer
Kommunikationsinfrastrukturen entsteht so ein aktuelles und belastbares Lagebild
in Echtzeit.
Die erfolgreiche des Systems demonstriert das Potenzial autonomer Robotik für
den Katastrophenschutz, Sicherheitsaufgaben und den Schutz kritischer
Infrastrukturen. Gleichzeitig macht das Projekt sichtbar, wohin sich KI
entwickelt: von isolierten Anwendungen hin zu intelligenten Systemen, die
Informationen erfassen, bewerten und in hochdynamischen Umgebungen eigenständig
zusammenarbeiten können.
DIE NÄCHSTE EVOLUTIONSSTUFE DER KI
Die Reply Xchange 2026 hat gezeigt, dass die Zukunft der KI nicht allein in
leistungsfähigeren Modellen liegt. Vielmehr wird entscheidend sein, Wissen,
Kreativität, Entscheidungen und physische Prozesse miteinander zu verbinden.
Agentensysteme machen Unternehmenswissen handlungsfähig und skalierbar. Digital
Humans schaffen neue Formen personalisierter Interaktion. Intelligente
Infrastrukturen ermöglichen die nachhaltige Skalierung von KI. Und autonome
Systeme verbinden digitale Intelligenz mit der realen Welt.
Gemeinsam markieren diese Entwicklungen den Übergang von einzelnen
KI-Anwendungen zu intelligenten Systemen. Unternehmen, die ihre Daten, ihr
Wissen und ihre Prozesse heute entsprechend organisieren, schaffen die Grundlage
für die nächste Generation digitaler Wertschöpfung. Die zentrale Erkenntnis der
Reply Xchange 2026 lautet daher: Die nächste Generation der KI wird nicht
einzelne Aufgaben automatisieren. Sie wird ganze Systeme verstehen, koordinieren
und optimieren.
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